Die Planung einer Umgehungsstraße für Reiskirchen und Lindenstruth hat eine über 30jährige Geschichte. Von der Gemeinde wurden regelmäßig gravierende Fehler begangen, die die Umsetzung einer Umgehungsstraße bisher verhinderte.

1994 entschied sich Reiskirchen entgegen dem Rat aller maßgeblichen Experten für die naturfeindliche Südumgehung, was die weitere Planung erheblich verzögerte. Im Dezember 2007 entschieden sich die die Reiskirchener Gemeindevertreter erneut für die Südumgehung. Gegen diesen Beschluss wurde ein Bürgerbegehren durchgeführt. Durch die Verzögerungstaktik der Gemeindevertreter ist der dazugehörige Bürgerentscheid erst am 22. März 2009. Zum Bürgerentscheid gibt es sowohl von den Befürwortern als auch den Gegnern eine offizielle Begründung.

Bis 1994 wurden unterschiedliche Varianten untersucht. Dabei ging die Nordumgehung (Variante Ib) eindeutig als Sieger hervor. In der Zwischenzeit liegen noch bessere Vorschläge auf dem Tisch. Von uns wurde aus der Variante Ib die "Preiswerte Nordumgehung" entwickelt. Vom BUND kam der Vorschlag der "Bahn-Tunnel-Lösung" und die "NABU-Variante" benutzt die Autobahn A5 als einen Teil einer Nordumgehung. Welcher der drei Vorschläge der beste für Reiskirchen und Lindenstruth ist, soll eine Expertenrunde entscheiden. Klar ist nur, dass alle drei Vorschläge für den Naturschutz und die Naherholung erheblich günstiger sind, als die Südumgehung. Bereits zum Weihnachtsmarkt 2006 wurde von unserem Verein ein Infoblatt zusammengestellt, auf dem die bis heute gültigen Nachteile der Südumgehung zusammengestellt sind. 

Derzeit befindet sich die Südumgehung im Planfeststellungsverfahren, was nach einer Ankündigung bereits im Herbst 2008 abgeschlossen sein sollte. Wegen der Planungsmängel verzögert sich dias Verfahren allerdings erheblich und es ist gut möglich, dass die Südumgehung durchfällt, weil es umweltverträglichere Lösungen gibt.

Im Planfeststellungsverfahren wird es einen Anhörungstermin geben. Dabei kann die Gemeinde Reiskirchen ihre Gründe für die Südumgehung ausführlich darlegen. Darauf sind wir gespannt. Für den Ausgang des Planfeststellungsverfahrens dürfte auch die aktuelle Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs eine entscheidende Rolle spielen.